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Mitte April veranstaltete die Fachzeitschrift Stil & Markt den ersten Eventtag und brachte dabei Handel und Industrie an einen Tisch. Veranstaltungsort war Marburg, wo auch der diesjährige Gia-Preisträger beheimatet ist.
Uploaddatum: 20.04.2012
Stichwörter: Handel, GPK, Güterbahnhof 12
Storyboard:
Ziel des Eventtages von Stil & Markt war es gemeinsam mit Fachhandel und Industrie über das Thema «Der Händler als Marke - Interessenskonflikt mit der Industrie? zu diskutieren.
Auftakt der Veranstaltung war denn auch die Besichtigung einer Händlermarke: Dem Güterbahnhof 12 in Marburg. Wo früher in hektischer Betriebsamkeit Eisenbahner Waren abfertigten, lädt heute das Marburger Fachgeschäft Güterbahnhof 12 dazu ein, Wohnwelten anders zu erleben. Dafür wurde der innovative Händler mit dem begehrten GPK-Preis Gia auszezeichnet. Alljährlich kürt die International Housewares Association (IHA) in Chicago im Rahmen der Internationalen Home + Housewares Show die innovativsten und kreativsten Einzelhandelskonzepte weltweit. In Deutschland wird der Preis, der innovative Konzepte, erfolgreiche Unternehmensführung und hervorragenden Service im Bereich des Glas-, Porzellan- und Keramikhandels honoriert, von Stil & Markt vergeben. Der Gewinner reist mit nach Chicago.
Es ist der Standort in dem ehemaligen Industriegebäude direkt neben dem Hauptbahnhof, der den diesjährigen gia-Preisträger unverwechselbar macht. Das allein wäre für den Sieg aber nicht ausschlaggebend gewesen, so die Jury. „Das Gesamtkonzept überzeugte uns“, so stil & markt-Chefredakteurin Sabine Stenzel bei der Begrüßung.
Die Inhaber Silvia Hinkel und Michael Seibert haben ein Wohngeschäft eingerichtet, das ganz unterschiedliche Altersklassen und Kundenstrukturen anspricht - vom gutsituierten Publikum bis hin zum Studenten. Gemeinsamer Nenner ist das Interesse an Design. «Wir bieten keine Standardware an, sondern schöne Funktionsmöbel unabhängig von vorbestimmten Abteilungen, die mit Wertigkeit und Variabilität überzeugen», erläutert Silvia Hinkel den Ansatz.
Deshalb richte man sich nicht an eine bestimmte Zielgruppe, sondern an Menschen, die für ihre individuelle Einrichtung das Besondere mit dem gewissen Extra suchen. Und davon finden sie im sogenannten «Wohnmagazin» eine ganze Menge: Die saisonal wechselnde Auswahl reicht von massiven Holz-Esstischen und passenden Stühlen über dicke Woll-Teppiche, moderne Funktionssofas und Gartenmöbel bis hin zu ausgefallenen Accessoires wie Spiegel, Bilder, Lampen und Uhren.
Mit dem alten Backsteingebäude wurde eine ganz besondere Bühne für die Design-Produkte geschaffen. Eine, die ihre Bahnhofsvergangenheit nicht verleugnet. Das fängt gleich im Eingangsbereich an, wo auf den Laderampen Ware inszeniert wird.
Die Backsteinwände sind in ihrer Ursprünglichkeit erhalten geblieben, ebenso die alten Eisenträger und die Rolltore. Eisenbahner-Flair verströmen auch die Stückgutwaagen, die kunstvollen ursprünglichen Leuchten und die ausgebleichten Fahrpläne. Nicht zu vergessen die Uhren und das originale Güterbahnhofs-Schild hinter dem Kassentresen. Letzteres wurde von Michael Seiberts Vater liebevoll restauriert. So entstand ein Loft-Ambiente, das wohldosierte Nostalgie mit modernen Wohnideen verbindet.
Bei der Gründung des Wohn-Geschäftes konnten die beiden Inhaber auf langjährige Handelserfahrung zurückgreifen. Sie betreiben einen weiteren Laden mit Wohnaccessoires in der Marburger Innnenstadt, Ketzerbach 12 genannt. Nicht nur die Namen lassen die Verbindung zwischen den beiden Geschäften deutlich werden.
Anschließend an die Besichtigung des Güterbahnhof 12 ging es zur Fachdiskussion. Verschiedene Hersteller und Händler diskutierten über die Frage: «Der Händler als Marke - Interessenskonflikt mit der Industrie?». Unter der fachkundigen Leitung von Eva Barth-Gillhaus, Expertin für Handelsmarketing und Kommunikation, wurde über aktuelle Trends im Handel sowie der Sortimentsgestaltung gesprochen. Die Diskutanten waren sich einig: Ein Händler muss eine eigene Marke sein, wenn diese normalerweise auch nur regional wahrgenommen wird.
Faktoren zum Aufbau einer Händlermarke ist ein Qualitätsversprechen, das langfristig eingehalten wird, Differenzierung gegenüber dem Wettbewerber über Produkte, die es nicht „an jeder Ecke gibt“. Entscheidend ist jedoch auch der Faktor Mensch, der sich in Kompetenz und Service ausdrückt.
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