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MyVideo, YouTube & Co. befriedigen ein neues, spezifisches Medienbedürfnis: Sie liefern die schnelle Unterhaltung für zwischendurch. So lautet das zentrale Ergebnis einer gemeinsamen Studie des Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture und des ProSiebenSat.1-Vermarktungsunternehmens SevenOne Media. Mittlerweile besuchen 59 Prozent der deutschen Internetnutzer Videoportale mindestens gelegentlich.
Dabei nehmen die Portale eine Sonderstellung zwischen klassischem Fernsehen und herkömmlichem Internet ein. Auf der einen Seite konsumieren die Nutzer vorgegebene Inhalte wie beim Fernsehen eher passiv und mit dem Ziel, sich zu unterhalten und zu entspannen. Auf der anderen Seite schätzen sie die freie Entscheidung und Kontrolle darüber, welche Clips sie wann und wie lange anschauen. Für die Primärstudie, die am 7. November auf den Medientagen vorgestellt wird, wurden 850 Internetsurfer zwischen 14 und 49 Jahre mittels Telefoninterviews befragt.
Kürze der Beiträge ist die Stärke der Videoportale
"Videoportale bieten den Unterhaltungs-Snack für zwischendurch", sagt Veit Siegenheim, Geschäftsführer im Bereich Media & Entertainment bei Accenture. "Dadurch wird die Mediennutzungszeit leicht ansteigen. Die Menschen werden aber nicht weniger Zeit auf anderen Internetseiten oder vor dem Fernseher verbringen." Darauf lässt die kurze Verweildauer auf Videoportalen schließen. Die Mehrheit der Nutzer (54 Prozent) sieht sich maximal 15 Minuten lang Clips an. Nur zwölf Prozent nutzen MyVideo, YouTube & Co. länger als 30 Minuten. "Erst die Kürze der eingestellten Beiträge macht die Videoportale für die Nutzer so attraktiv. Das Bedürfnis nach kurzweiliger und spontaner Ablenkung, Entspannung und Anregung konnte bisher kein anderes Medium erfüllen", sagt Peter Christmann, Vorstand Marketing & Sales der ProSiebenSat.1 Group.
Werbung ist das akzeptierte Finanzierungsmodell
Für werbungtreibende Unternehmen sind Videoportale ein relevantes Medium. Die Ergebnisse der Videoportal-Studie zeigen, dass die Nutzer Werbeformen im Umfeld der Kurzfilme akzeptieren. Ein Drittel der Befragten (31 Prozent) sieht sich Werbung hier sogar gezielt an. 64 Prozent haben nichts dagegen, wenn vor oder nach dem Video kurz auf einen Sponsor, ein Produkt oder eine Dienstleistung hingewiesen wird.
Eine Finanzierung durch Gebühren oder sonstige Nutzerentgelte lehnen dagegen 91 Prozent der Befragten ab. Grundsätzlich, so die Ergebnisse, kommt Werbung bei den Usern an. Sie darf das Unterhaltungserlebnis jedoch nicht stören.
"Videoportale sind kein vorübergehendes Phänomen. Für viele Nutzer sind sie mittlerweile fester Bestandteil ihres Medienkonsums", sagt Veit Siegenheim. "Werbetreibende erreichen dort Zielgruppen, an die sie über das Fernsehen mittlerweile nur noch schwer herankommen. Sie sollten das Medium gezielt in ihre Kampagnenplanungen einbeziehen."
Der Mitmachfaktor auf Videoportalen ist geringer als gedacht. Zwar gehören MyVideo, YouTube, Clipfish & Co. zum so genannten Web 2.0. Der in diesem Zusammenhang oft zitierte Mitmachfaktor wird bei Videoportalen jedoch überschätzt. 86 Prozent sehen sich die Videos nur an. Lediglich acht Prozent laden eigene Filme hoch, was bei rund 39 Millionen Internetnutzern in Deutschland der immer noch stattlichen Zahl von 3,1 Millionen Menschen entspricht.
Die Nutzer surfen auf Empfehlung. Mehr als 50 Prozent der Befragten schauen sich einen Kurzfilm auf einem Videoportal an, weil er ihnen von Freunden oder Bekannten empfohlen wurde. 48 Prozent suchen gezielt nach Videos. Nur 35 Prozent der Nutzer sehen sich Clips an, die ihnen auf dem Portal gerade ins Auge fallen.